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Lokalnachrichten MIX 101, Freitag, 20. Januar 2012

• Wie am Mittwoch schon berichtet haben Kaufhauskonzerne und Discounter ein großes Interesse, im touristischen Süden unserer Insel zu investieren. Bisher wurde dies wegen der strikten kanarischen Handelsgesetzte blockiert. Inzwischen haben aber die Stadt Maspalomas und die kanarische Regierung eine Lösung gefunden, die es den Handelskonzernen El Corte Inglés, Carrefour und Decathlon ermöglicht, im Süden Niederlassungen zu errichten. El Corte Inglés prüft ein Gelände neben dem Shopping Center Faro 2. Dieses war ursprünglich vorgesehen, um das Einkaufszentrum Faro 2 zu erweitern. Die französische Supermarktkette Carrefour sieht Chancen auf dem Grundstück, das heute noch vom Ocean Park genutzt wird. Der französische Sportartikel-Discounter Decathlon plant seine Niederlassung in El Tablero. Insgesamt 1.200 neue Arbeitsplätze könnten so in Maspalomas entstehen, das gesamte Investitionsvolumen wird etwa 200 Millionen Euro betragen.

• Die Kanaren sind im Energiebereich nahezu vollständig vom Erdöl abhängig. Nur ein kleiner Teil wird durch Windkraft erzeugt. Solaranlagen sieht man selten, obwohl Gran Canaria hierfür ideal wäre. Es scheitert am Willen der Politik. Im Jahr 2006 beantragte eine Investorengruppe, auf eigenen Grundstücken in Maspalomas nahe dem Ortsteil Juan Grande für 100 Millionen Euro auf 300.000 Quadratmeter zwei 20- Megawatt Fotovoltaik-Anlagen zu bauen. 5 Jahre lang wurde der Antrag von den Behörden bearbeitet und nun abgelehnt. Experten sehen die Gründe in der Unfähigkeit der Stadt Maspalomas, ihren Raumordnungsplan zu aktualisieren, dem Unverständnis für erneuerbare Energiegewinnung bei der Inselregierung und dem geringen Interesse bei der kanarischen Regierung für solch umweltschonende Projekte. Auf Teneriffa funktioniert es besser, dort gibt es schon einige Anlagen mit einer Gesamtleistung von 122 Megawatt.

• Seit 2003 beschäftigen sich Gerichte mit den Baugenehmigungen des Hotels „Vital Suites“ in der Avenida de Gran Canaria in Playa del Inglés. Es wurde zu hoch gebaut und von der Stadt Maspalomas dann nachträglich genehmigt. Laut Gerichtsurteilen war diese nachträgliche Genehmigung nicht rechtens. Deshalb wird auch gegen 3 Ex-Bürgermeister und den derzeitigen Bürgermeister von Maspalomas ermittelt. Anfang Dezember hat die Stadt deshalb schriftlich die Schließung des Hotels bis Jahresende verfügt. Anfang Januar versiegelten Beamte der Lokalpolizei das Hotel, aber schon 15 Minuten später verfügte ein Richter per einstweiliger Verfügung, die Schließung rückgängig zu machen. Inzwischen hat das Gericht den Einspruch der Stadt bewertet und die erneute Versiegelung genehmigt. Mit Sicherheit ist dies noch nicht das Ende der Geschichte.

• Die Regierung in Madrid geht gegen die Haushaltssünder in Spanien vor. Alle Politker und Beamten, die öffentliche Budgets verantworten, müssen sich an die vorgeschriebenen Schuldengrenzen halten. Tun sie es nicht, drohen ihnen zukünftig Geld- und sogar Haftstrafen. Hierfür wird eigens ein Gesetz zur Regierungstransparenz geschaffen.

• Eine überraschende Entdeckung machten Toxikologen der Uni Las Palmas. Sie zogen aus Geldautomaten im Süden unserer Insel 120 Geldscheine im Werte von 5, 10, 20 und 50 Euro und untersuchten die Oberfläche. Auf tatsächlich 90 Prozent aller Scheine fanden die Forscher Rückstände von Kokain und Amphetaminen, auch als synthetische Droge „Speed“ bekannt.

 

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