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Lokalnachrichten MIX 101, Freitag, 27. Januar 2012

• Die Putzfrau kommt einmal die Woche für 5 Stunden, dafür gibt es 50 Euro bar auf die
Hand, ohne Sozialversicherung, ohne Arbeitsvertrag. So ähnlich ist das Arbeitsverhältnis
von etwa 25.000 Haushaltshilfen auf den Kanaren. Seit 1.Januar gibt das neue Gesetz
über Arbeitskräfte in Privathaushalten aber klare Regeln vor. Jede Haushaltshilfe erhält
einen Arbeitsvertrag und wird bei der Sozialversicherung angemeldet. Der monatliche
Mindestlohn beträgt 641 Euro bei einer 40-Stunden-Woche. Arbeitet eine Haushaltshilfe in
mehreren Haushalten, müssen alle Haushalte einen Arbeitsvertrag erstellen, allerdings nur
anteilig Lohn und Abgaben zur Sozialversicherung bezahlen, abhängig von der
monatlichen Stundenzahl. Bis Juni werden die Behörden noch nachsichtig sein, dann aber
wird kontrolliert, und es drohen hohe Bußgelder. Ausgenommen sind
Freundschaftsdienste, wenn der Nachbar sich in den Urlaubswochen zum Beispiel um
Haus und Garten kümmert. Wöchentliches putzen wird wohl kaum als Freundschaftsdienst
anerkannt.
• Den Sozialisten sagt man nach, sie wollen alle wichtigen Unternehmen am liebsten
verstaatlichen. Die bis Dezember in Spanien regierenden Sozialisten hatten aber genau
das Gegenteil vor, sie wollten die bisher staatlichen Flughäfen privatisieren, und die
Vorbereitungen für eine Privatisierung der größten spanischen Flughäfen Madrid und
Barcelona waren schon weit fortgeschritten. Doch nun stoppt ausgerechnet die neue
konservative Regierung das Projekt. Statt privater Investoren sollen die Regierungen der
autonomen Regionen die Möglichkeit erhalten, die Flughäfen in ihrer Region zukünftig zu
führen. Die Zentralregierung in Madrid wird sich zwar als Betreiber der Airports nach und
nach zurückziehen, dafür übernehmen dann die autonomen Regionen die Verantwortung.
Privatisierung sieht anders aus.
• Schon vor 17 Jahren präsentierte die Familie Del Castillo das Projekt „Costa Afortunada“
bei der Stadt Maspalomas. Auf einem 2,3 Millionen Quadratmeter großen Gelände
zwischen Playa del Águila und der Autobahn sollten Hotels mit einer Kapazität von 4.600
Betten und ein Golfplatz entstehen. Aber die Stadt hatte bis 2001 den neuen
Raumordnungsplan noch nicht erstellt, und dann kam das Moratorium der kanarischen
Regierung, Hotels durften nicht mehr gebaut werden. 323 Millionen Euro warten seit 17
Jahren darauf, investiert zu werden.
• Derzeit bereiten sich die Formel-1-Teams auf die kommende Saison vor. Ferrari hat für das
Fitness-Training seiner Piloten, Fernando Alonso und Felipe Massa, die Insel Lanzarote
auserkoren. Gestern landeten die beiden Piloten mit einem Team von 25 Trainern und
Helfern auf der Nachbarinsel, um im Club La Santa mit dem Training zu beginnen.
• Die Costa Serena ist das Zwillingsschiff der vor der italienischen Küste havarierten Costa
Concordia, sie sind nahezu identisch. Vorgestern lief die Costa Serena im Hafen von Santa
Cruz de Tenerife ein. 3.200 Passagiere und 1.100 Besatzungsmitglieder waren an Bord.
Stornierungen hatte es wegen des tragischen Unglücks der Costa Concordia wohl nicht
gegeben, auch glauben die Kreuzfahrtgäste auf der Costa Serena nicht, dass sich solch
ein Unglück wiederholt.

 

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