Lokalnachrichten MIX 101, Mittwoch, 25. Januar 2012
Die Welttourismusorganisation ist eine Unterorganisation der UNO mit dem Ziel, einen
nachhaltigen, verantwortungsvollen und universell zugänglichen Tourismus zu
unterstützen. Frieden, Völkerverständigung und Wohlstand sollen dadurch entstehen. Sitz
der Organisation ist Madrid. Für den diesjährigen internationalen Kongress hat die
Welttourismusorganisation Maspalomas auserwählt. Im Kongresszentrum in Meloneras
werden die Vertreter am 27. September über das Thema „nachhaltiger Tourismus“
debattieren.
• 350 Volksvertreter sind im spanischen Parlament, dem Kongress, davon 15 von den
kanarischen Inseln. Transparenz über die Vermögensverhältnisse der Abgeordneten gibt
es schon seit Jahren, sie werden im Internet veröffentlicht. 11 der 15 kanarischen
Parlamentarier haben Schulden bei den Banken, meist Hypotheken wegen des Kaufs von
Immobilien. Nur 4 Abgeordnete sind schuldenfrei, und der reichste Canario im spanischen
Kongress ist der neue Minister für Energie, Industrie und Tourismus, José Manuel Soria.
Sein Vermögen wird mit fast einer Million Euro angegeben.
• Möglichkeiten zum sparen, um die Finanzkrise zu meistern, hat Spanien genug. Auch auf
den Kanaren gibt es noch viel Potential, um Ausgaben zu kürzen. 32.000 Euro hat die
Inselregierung von 2009 bis 2011 für Zahnarzt- und Augenarztrechnungen ihrer Inselräte
ausgegeben. Brillen, Kontaktlinsen, Implantate, Brücken und Kronen wurden durch den
Steuerzahler für die Volksvertreter finanziert.
• Den großen Handelskonzernen El Corte Inglés, Carrefour und Decathlon soll der Weg
freigemacht werden, in Maspalomas Niederlassungen zu errichten. Darauf hatten sich die
kanarische Regierung und die Stadt Maspalomas verständigt. Nun kommt Protest seitens
der Einzelhandelsverbände. Sie wollen sich zur Wehr setzten, denn es würde ihrer
Meinung nach das Aus für Hunderte von vielen kleinen Läden in Maspalomas bedeuten.
Die großen Konzerne würden mehr Arbeitsplätze bei den vorhandenen Geschäften
vernichten als neue schaffen. Der Wirtschaftsmotor im Süden sei neben dem Tourismus
der Einzelhandel, den es gegen große Kaufhaus- und Supermarktkonzerne zu schützen
gelte.
• Die Touristiker von Gran Canaria sind sauer auf die kanarische Regierung und die
Zentralregierung in Madrid. Auf der Tourismusmesse Fitur in Madrid hat Tourespana, das
spanische Fremdenverkehrsamt, ein Werbevideo für den spanischen Tourismus
präsentiert, ohne Gran Canaria überhaupt zu erwähnen. Für die Touristiker unserer Insel ist
dies kein Einzelfall, denn auch die kanarische Regierung hebt in ihren touristischen
Werbebotschaften meist die Nachbarinsel Teneriffa deutlich hervor, zum Nachteil von Gran
Canaria. Inzwischen sind die Touristiker von Gran Canaria überzeugt, dass es sich nicht
mehr um Fehler oder Versehen handelt, sondern die Insel Teneriffa beim touristischen
Marketing bewusst bevorzugt wird.
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