Lokalnachrichten MIX 101, Montag, 13. Februar 2012
• Am vergangenen Wochenende feierte Tejeda in der Inselmitte, hoch in den Bergen, sein
berühmtes Mandelblütenfest. Jedes Jahr kommen Tausende von Besuchern, und just zum
Fest veröffentlicht das spanische Umweltministerium in Madrid eine schwarze Liste
exotischer Pflanzen, die sich auf Gran Canaria verbreitet haben, und welche die
Biodiversität, oder anders ausgedrückt die biologische Vielfalt unserer Insel, bedrohen.
Diese Pflanzen sollten ausgerottet, oder zumindest deren Ausbreitung kontrolliert werden,
so das Ministerium. Auf der schwarzen Liste stehen auch, man kann es kaum glauben, der
Madelbaum. Doch es ist kein Scherz, genauso wenig wie die Dattelpalme, die Kastanie,
die Akazie, das Zuckerrohr, die rote Geranie und der typische Kaktus auf der Insel, die
Tunera india. In den Tejeda lebt noch heute ein großer Teil der Bevölkerung von Produkten
aus Mandeln, die in viele europäische Länder exportiert werden.
• Das Zeitfenster von nur 10 Tagen, um sich für oder gegen Probebohrungen nach Erdöl im
Atlantik zwischen Fuerteventura und Westafrika zu äußern, hat den kanarischen
Ministerpräsidenten, Paulino Rivero, wieder mal verärgert. Die Frist hatte der neue
spanische Minister für Energie, Industrie und Tourismus, der Canario José Manuel Soria,
gesetzt. Rivero will zunächst die Risiken einer Erdölförderung vor den Küsten der Kanaren
prüfen. Er will auch Klarheit, welche Kompetenzen die autonome Region Kanaren bei
diesem Thema erhält, denn die kanarische Regierung ist der Ansicht, eine Genehmigung
zu Probebohrungen könne nur die Regionalregierung erteilen, Madrid sei hierfür gar nicht
zuständig. Der kanarische Ministerpräsident will für die Rechte der Kanaren bis zum
Verfassungsgericht gehen. Soria musste am vergangenen Freitag auf dem Flughafen
Lanzarote von der Polizei gegen demonstrierende Gegner der Bohrungen geschützt
werden.
• Heute streiken die Mitarbeiter der Iberia. 127 Flüge sind gestrichen. Die Flüge von und zu
den Kanaren sollen wie geplant durchgeführt werden, allerdings ist mit Verspätungen zu
rechnen. Die Belegschaft protestiert gegen die Pläne der Geschäftsleitung, eine Billig-
Airline, Iberia- Express, zu gründen.
• 2003 wurde der serbische Premierminister, Zoran Djindjic, ermordet. Die Attentäter wurden
lange nicht gefasst, aber der spanischen Polizei ist nach 20monatiger Ermittlungsarbeit der
große Schlag gelungen. Einer der Hintermänner lebte in Maspalomas und wurde
beobachtet. Als er vergangene Woche nach Valencia flog, um einen der Köpfe des für den
Mord verantwortlichen Zemun-Clans zu treffen, waren auch die Ermittler an Bord. In einem
Restaurant in Valencia schnappte dann die Falle zu. Beide sitzen nun in Abschiebehaft und
werden nach Serbien ausgeliefert.
• Am 25. Januar wurde ein 66jähriger Rentner beim Gassigehen mit seinem Hund in Weiden
in der Oberpfalz mit mehreren Messerstichen ermordet. Die Polizei brauchte nicht lange,
um die mutmaßlichen Täter, ein junges Pärchen, zu identifizieren. Sie waren offenbar von
Berlin nach Fuerteventura geflogen. Die Nationalpolizei auf der Nachbarinsel leistete ganze
Arbeit. Beim Einchecken zum Rückflug nach Hamburg wurde das überraschte Pärchen von
den Beamten festgenommen.
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